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Jeder kennt depressive Verstimmungen ohne deshalb krank zu sein. Von einer Erkrankung spricht man, wenn sich schwere depressive Beschwerden über längere Zeit hinziehen oder in kurzen Abständen wiederholen.
Neben einer Minderung der eigenen Lebensqualität werden dadurch häufig auch Beziehungen zu Freunden und Angehörigen belastet. Eine traurige, bedrückte Stimmung oder ein Gefühl innerer Leere, Ängste vor Kontakten und den Anforderungen des Alltags bis hin zu Schuldgefühlen, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder körperliche Beschwerden, welche mitunter Depressionen „maskieren“, sollten Anlass sein, fachärztlichen Rat einzuholen. In den meisten Fällen lassen sich Depressionen effektiv und schnell ambulant behandeln. Es muss also nicht sein, dass sich solche Beschwerden wochen- oder sogar monatelang hinziehen. Sollten depressive Symptome besonders hartnäckig und schwer ausgeprägt sein, empfiehlt sich eine meist kurzzeitige stationäre Behandlung. In der therapeutischen Gemeinschaft der Behandlungsstation finden Patienten Entlastung, Verständnis und kompetente therapeutische Anleitung.
Depressionen sind so verschieden wie ihre Ursachen. Konflikte, Trennungen, Kindheitserlebnisse, körperliche Erkrankungen oder auch überhöhte Anforderungen an sich selbst können eine Depression bedingen. Die Patienten werden grundsätzlich und von Anfang an in Entscheidungen über Therapieziele und die Gesamtstrategie einbezogen. Auf der Basis einer guten und vertrauensvollen therapeutischen Beziehung geben Ärzte und Psychologen fachliche Empfehlungen, je nach Bedarf und Behandlungsverlauf. Letztlich muss der Patient selbst entscheiden, ob die Behandlung auf ein kurzfristiges Ziel ausgerichtet sein soll, ob Angehörige einbezogen werden und ob neben der Depression zusätzliche Probleme zu bearbeiten sind. Die Vielseitigkeit der Behandlungsansätze kann hier nur stichwortartig wiedergegeben werden. Neben tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Verhaltenstherapie als Basisverfahren steht den Patienten je nach Indikation ein individuelles Programm aus physikalischen Anwendungen, Kunsttherapie, Ergotherapie, Musiktherapie und Physiotherapie zur Verfügung.
Sollte eine medikamentöse Unterstützung angeraten sein, empfehlen wir vor allem die neue Generation zuverlässiger und nebenwirkungsarmer Antidepressiva ohne Abhängigkeitsrisiko. Die Entlassung wird über Belastungserprobungen im privaten Umfeld gut vorbereitet, so dass man mit Selbstvertrauen und ausreichender Sicherheit in den häuslichen Alltag zurückkehren kann.
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